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22.7.1941

Anweisung des Armeeoberkommandos 11

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            Ein Sonderfall gibt Veranlassung, auf Folgendes
ausdrücklich hinzuweisen:
            Bei der in Osteuropa herrschenden Auffassung
vom Wert des Menschenlebens können deutsche Soldaten Zeugen
von Vorgängen werden (Massenhinrichtungen, Ermordung von
Zivilgefangenen, Juden u.a.m), die sie im Augenblick nicht
verhindern können, die aber zutiefst gegen das deutsche
Ehrgefühl verstoßen.
             Es ist eine Selbstverständlichkeit für jeden
gesund empfindenden Menschen, dass von solchen abscheuli-
chen Ausschreitungen keine fotografischen Aufnahmen ange-
fertigt werden oder über sie in Briefen an die Heimat be-
richtet wird.  Das Anfertigen oder Verbreiten solcher Foto-
grafien oder Berichte über solche Vorgänge werden als ein
Untergraben von Anstand und Manneszucht in der Wehrmacht
angesehen und streng bestraft. Alle etwa vorhandenen Bil-
der oder Berichte über solche Ausschreitungen sind zusam-
men mit den Negativen einzuziehen und unter Angabe des Her-
stellers oder Verbreiters dem Ic/A.O. der Armee einzusenden.
             Ein neugieriges Begaffen solcher Vorgänge
liegt unter der Würde des deutschen Soldaten.

                            Für das Armeeoberkommando:
                           Der Chef des Generalstabes
                               Im Entwurf gez.:
                               W ö h l e r




Quellen:

  1. Poliakov/Wulf
    Externer LinkDas Dritte Reich und seine Diener, S. 375
    Wiesbaden 1989
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