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Martin Bormann

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29.1.1944

Martin Bormann "... über das Problem unserer volklichen Zukunft ..."

Bo/Kr.

In der Nacht vom 27./28. Januar unterhielt sich der Führer mit 
uns über das Problem unserer volklichen Zukunft. Aus dieser und 
früheren Unterhaltungen und Überlegungen sei folgendes 
festgehalten:

Unsere volkliche Lage wird nach diesem Kriege eine katastrophale 
sein, denn unser Volk erlebt jetzt den zweiten gewaltigen Aderlaß 
im Zeitraum von 30 Jahren. Wir werden den Krieg militärisch auf 
jeden Fall gewinnen, ihn volklich aber verlieren, wenn wir nicht 
zu einer ganz entscheidenden Umstellung der ganzen bisherigen 
Auffassungen und daraus resultierenden Haltung kommen. Der 
blutige Verlust ist ja nicht etwas Einmaliges, sondern er wirkt 
sich Jahr um Jahr bis in die fernste Zukunft hinein aus:

Ein einziges Beispiel:

Wie viele Kinder wären in diesem Kriege mehr geboren worden, wenn 
es möglich gewesen wäre, unseren Frontsoldaten überhaupt oder 
häufiger Urlaub zu geben!

Nach diesem Kriege werden wir, wie der Führer betonte, drei bis 
vier Millionen Frauen haben, die keine Männer mehr haben bzw. 
bekommen. Der sich hieraus ergebende Geburtenausfall wäre für 
unser Volk gar nicht zu ertragen: wie viele Divisionen würden - 
betonte der Führer - uns in 20 bis 45 Jahren und weiter fehlen! Die 
Rechnung mancher Eltern, sie müßten ihre Kinderzahl beschränkt 
halten, um die Zukunft der geborenen Kinder zu sichern, ist also 
grundverkehrt; das Gegenteil ist richtig! Bei genügender Einsicht 
müßten also alle Frauen, die ein Kind besitzen, größten Wert 
darauf legen, daß nicht nur sie selbst, sondern auch alle anderen 
Frauen so viele Kinder wie nur möglich bekommen, denn die Zukunft 
dieser Kinder ist desto gesicherter, je größer ihre Zahl ist. Das 
ist eine ganz nüchterne Rechnung.

Nun können die Frauen, die nach diesem Weltkrieg nicht mit einem 
Mann verheiratet sind oder werden, ihre Kinder ja nicht vom 
heiligen Geist bekommen, sondern nur von den dann noch 
vorhandenen deutschen Männern. Verstärkte Fortpflanzung des 
einzelnen Mannes ist - selbstverständlich vom Standpunkt des 
Volkswohls - nur bei einem Teil dieser Männer erwünscht. Die 
anständigen, charaktervollen, physisch und psychisch gesunden 
Männer sollen sich verstärkt fortpflanzen, nicht die körperlich 
und geistig Verbogenen.

Die öffentliche, d. h. allgemeine Aufklärung kann aus 
einleuchtenden Gründen erst nach dem Kriege einsetzen. Nur ein 
Grund hierfür sei angeführt: Wir können heute noch nicht an die 
Frauen, deren Männer voraussichtlich noch fallen werden, 
appellieren und wir können unsere Aufklärung mit Rücksicht auch 
auf unsere Soldaten noch nicht beginnen; das würde voraussetzen, 
daß wir auch unsere Männer, die jetzt Soldaten sind, zunächst mit 
diesen Gedankengängen vertraut machen müssen, denn ohne weiteres 
wird es nicht jedem der Soldaten erwünscht sein, wenn seine Frau 
oder Braut nach seinem Tode Kinder von einem anderen Mann 
bekommt. Schon jetzt müssen wir alle unerwünschten Hemmnisse 
unserer Zielsetzung abbauen; insbesondere gilt es, die Dichter 
und Schriftsteller unserer Zeit auszurichten. Neue Romane, 
Novellen und Bühnenstücke, die Ehedrama = Ehebruch setzen, sind 
nicht mehr zuzulassen, ebensowenig irgendwelche Dichtungen, 
Schriftstellereien, Kinostücke, die das außereheliche Kind als 
minderwertiges, uneheliches behandeln. Das Wort "unehelich" muß, 
wie ich schon vor längerer Zeit betonte, gänzlich ausgemerzt 
werden.

Nun hat die Abneigung gegen die außerehelichen Kinder zweifellos 
einen Grund, den auch wir - richtiger, gerade wir - anerkennen 
müssen.

Auch wir wünschen nicht, daß unsere Schwestern oder Töchter 
leichtfertigerweise von irgendeinem Mann Kinder bekommen bzw. 
sogar einmal von diesem und einmal von jenem Kinder bekommen. Wir 
müssen also wünschen, daß die Frauen unseres Volkes, die sich 
nach diesem Kriege nicht in der bisherigen Weise verheiraten 
können, sich mit einem Mann verbinden, der wirklich zu ihnen paßt 
und mit diesem Kinder zeugen.

Wenn ich in der Tierzucht genau darauf achte, daß nur zueinander 
passende Tiere miteinander verkoppelt werden, dann muß ich die 
für alle Säugetiere geltenden Regeln auch beim Menschen 
beobachten. Will ich Kinder, die einen ausgeglichenen Charakter 
haben und keinen in sich zerrissenen, dann muß ich propagieren, 
daß nur Menschen, die wirklich zueinander passen, miteinander 
Kinder erzeugen.

Folgerung: Wir müssen wünschen, daß die Frauen, die nach diesem 
Krieg keinen Ehemann mehr haben oder bekommen, mit möglichst 
einem Mann ein eheähnliches Verhältnis, aus dem möglichst viele 
Kinder erwachsen, eingehen.

Daß nicht alle derartigen Verhältnisse ein Leben lang halten 
werden, spricht nicht dagegen, sondern ist natürlich; auch viele 
Ehen werden nach längerer oder kürzerer Dauer wieder geschieden. 
Im übrigen bin ich sogar der Überzeugung, daß zwei Menschen, die 
sich in Freundschaft verbunden sind, sich dabei aber gar nicht 
allzu häufig sehen, leichter ein Leben lang zusammenhalten als 
andere; dies erst recht, wenn Kinder der Liebe und Freundschaft 
dieses Band verstärken.

Schon oben hatte ich angeführt, es müsse jede Diffamierung 
volklich erwünschter Verhältnisse unterbunden werden. Wer eine 
Frau, die ohne Ehemann (im jetzigen Sinn) Kinder bekommt, 
beleidigt, muß hart bestraft werden. Wer - das wird manchen 
Pfarrer treffen - gegen die Propagierung volklicher 
Notwendigkeiten redet, ist ebenfalls ganz hart zu bestrafen.

Sehr viele Frauen und Mädchen würden sehr gern Kinder, und zwar 
viele Kinder bekommen, wenn sie genau wüßten, daß sie ihr Leben 
lang dann auch wirklich versorgt werden. Sie möchten nicht Kinder 
kriegen und eines Tages, weil der Vater dieser Kinder stirbt, 
verarmt oder sie verläßt, unversorgt mit ihren Kindern auf Gnade 
und Barmherzigkeit irgendwelcher Wohlfahrtseinrichtungen 
angewiesen sein.

Daß Frauen, die berufstätig sind und Kinder bekommen, 
entsprechend höher besoldet werden müssen, daß ferner diesen 
Frauen Wohnungen zuzuteilen sind, die der Kopfzahl ihrer Familie 
entsprechen, liegt auf der Hand.

Ich möchte nach dem Kriege im Sonnenwinkel solche Wohnungen für 
Mitarbeiterinnen der Parteikanzlei, die Kinder bekommen, 
schaffen.

Die Zahl der Heimschulen (Volksschul-Internate, Hauptschul-
Internate mit Vorschule, Oberschul-Internate mit Vorschule) ist 
gewaltig zu steigern, damit alle Frauen, die irgendwelcher Gründe 
halber ihre Kinder zeitweise oder dauernd nicht selbst erziehen 
können, sie ohne Schwierigkeiten auf den Heimschulen erziehen 
lassen können. Das gilt für Knaben wie Mädchen. Wir müssen - um 
der Zukunft unseres Volkes willen - geradezu einen Mutterkult 
treiben, und hierin darf es keinen Unterschied zwischen Frauen, 
die nach der bisherigen Weise verheiratet sind, und Frauen, die 
von einem Mann, dem sie in Freundschaft verbunden sind, Kinder 
bekommen, geben: Alle diese Mütter sind in gleicher Weise zu 
ehren.

(Selbstverständlich gilt das nicht z. B. für jene asozialen 
Elemente, die nicht einmal wissen, wer die Väter ihrer Kinder 
sein könnten.) Wie ich schon früher erwähnte, ist es notwendig, 
daß wir die jetzigen Verhältnis-Bezeichnungen, die einen mehr 
oder weniger anrüchigen Klang haben, abschaffen und verbieten. 
Wir müssen uns also überlegen, wie das Verhältnis, das eine Frau 
mit einem Manne hat, mit dem sie in bisheriger Weise nicht 
verheiratet sein kann, bezeichnet wird; wir müssen uns überlegen, 
wie die Kinder aus einem solchen Freundschaftsbund bezeichnet 
werden sollen usw.

Je glücklicher wir in der Namensfindung sein werden, desto 
leichter werden wir die bestehenden Hemmungen beseitigen. Diese 
Hemmungen müssen aber beseitigt werden, denn sonst sind die 
ganzen Opfer des vorigen Weltkrieges und dieses Krieges umsonst 
gewesen, weil unser Volk den nächsten Stürmen zum Opfer fallen 
muß. In zwanzig oder dreißig oder vierzig oder fünfzig Jahren 
fehlen uns dann die Divisionen, die wir unbedingt brauchen, wenn 
unser Volk nicht untergehen soll.

                                                    gez. Bormann
NS-Propaganda

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Quellen:

  1. Hans-Adolf Jacobsen
    Externer LinkDer Weg zur Teilung der Welt, S. 274
    Koblenz/Bonn, 1977
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