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Otto Ohlendorf |
Otto Ohlendorf
Eidesstattliche Erklärung (2)
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EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG[1] Ich, Otto OHLENDORF, erkläre hiermit an Eidesstatt: Ich war Chef des Sicherheitsdienstes(SD, Amt III desBürosHauptamtes des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD (RSHA), von 1939 bis 1945. Im Juni 1941 wurde ich von Himmlerernanntbestimmt, eine der Einsatzgruppen zu fuehren, die damals gebildet wurden, um den deutschen Armeen im russischen Feldzug zu folgen. Ich war der Chef der Einsatzgruppe D. Chef der Einsatzgruppe A war Stahlecker,Chef des Amtes I des Bureaus des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD (RSHA)Abteilungsleiter im Auswärtigen Amt. Der Chef der Einsatzgruppe B war NEBE, Chef des Amtes V (KRIPO) desBureausHauptamtes des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD (RSHA). Der Chef der Einsatzgruppe C war zuerst Rasch (oder Rasche) und später Thomas. Himmler erklärte, dass ein wichtiger Teil unserer Aufgabe in der Beseitigung von Juden, Frauen, Maennern und Kindern, und kommunistischen Funktionären bestuende. Ich wurde etwa vier Wochen vorher ueber den Angriff auf Russland benachrichtigt. Nach einem Abkommen mit dem OKW und dem OKH wurden die Einsatzgruppenkommandos von der Heeresgruppe oder der Armee bestimmten Korps und Divisionen des Heeres zugeteilt. Das Heer bestimmte, in welchem Gebiet die Einsatzgruppenkommandos zu operieren hatten. Alle Fuehrungsweisungen und Befehle fuer die Ausfuehrung von Hinrichtungen kamenvomüber den Chef der SIPO und des SD (RSHA) in Berlin. Regelmaessiger Kurierdienst und Radioverbindung bestanden zwischen den Einsatzgruppen und dem Chef der SIPO und des SD. Die Einsatzgruppen und Einsatzkommandos wurden von Personal der Gestapo, des SD oder der Kriminalpolizei gefuehrt.DieZusätzliche Mannschaften wurde von der Ordnungspolizei und von der Waffen SSabgezogengestellt. Einsatzgruppe D bestand aus ungefaehr 400 bis 500 Mann und verfuegte ueber annaehernd 170 Fahrzeuge.
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Als die deutsche Armee in Russland einmarschierte, war ich
Fuehrer der Einsatzgruppe D im suedlichen Sektor, und im Laufe
des Jahres, waehrend dessen ich Fuehrer der Einsatzgruppe D war,
liquidierte sie ungefaehr 90,000 Maenner, Frauen und Kinder. Die
Mehrzahl der Liquidierten waren Juden, aber es waren unter ihnen
auch einige kommunistischen Funktionaere.
In der Ausfuehrung dieses Vernichtungsprogrammes wurden die
Einsatzgruppen in Einsatzkommandos untergeteilt, und die
Einsatzkommandos in noch kleinere Einheiten, die sogenannten
Sonderkommandos und Teilkommandos. Gewoehnlich wurden die
kleineren Einheiten von einem Angehörigen des SD, der GESTAPO
oder der Kriminalpolizei gefuehrt. Die dazu ausersehene Einheit
pflegte in ein Dorf oder in eine Stadt zu kommen und den
fuehrenden juedischen Einwohnern den Befehl zu erteilen, alle
Juden zwecks Umsiedlung zusammenzurufen. Sie wurden aufgefordert,
alle ihre persoenlichen Habseligkeiten Wertgegenstände den
Fuehrern der Einheit zu uebergeben, und kurz vor der Hinsichtung
ihre Oberkleidung auszuhaendigen. Die Maenner, Frauen und Kinder
wurden danach zu einem Hinrichtungsort gefuehrt, der sich meist
neben einem vertieften Panzerabwehrgraben befand. Dann wurden sie
erschossen, knieend oder stehend, und die Leichen wurden in den
Graben geworfen. Ich habe in der Gruppe D das Erschiessen durch
Einzelpersonen nie genehmigt, sondern befohlen, dass mehrere
Leute gleichzeitig schiessen sollten, um direkte, persoenliche
Verantwortung zu vermeiden. Die Fuehrer der Einheiten oder
besonders bestimmte Personen mussten jedoch den letzten Schuss
auf solche Opfer abfeuern, die nicht sofort tot waren. Ich erfuhr
aus Gespraechen mit anderen Gruppenfuehrern, dass manche von
ihnen verlangten, dass die Opfer sich flach auf den Boden legten,
um dann durch den Nacken geschossen zu werden. Ich billigte diese
Methoden nicht.
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Im Fruehjahr 1942 wurden uns vom Chef der Sicherheitspolizei und
des SD in Berlin TotenGaswagen geschickt. Diese Wagen wurden
vom Amt II des RSHA beigestellt. Der Mann, der fuer die Wagen
meiner Einsatzgruppe verantwortlich war, war Becker. Wir hatten
Befehl erhalten, die Wagen fuer die Toetung von Frauen und
Kindern zu benutzen. Jedes Mal wenn eine Einheit eine genuegende
Anzahl von Opfern angesammelt hatte, wurde ein Wagen fuer die
Liquidierung gesandt. Wir hatten auch diese TotenGaswagen
in der Naehe der Durchgangslager stationiert, in die die Opfer
gebracht wurden. Den Opfern wurde gesagt, dass sie umgesiedelt
werden wuerden und zudiesem Zwecke in die Wagen steigen muessten.
Danach wurden die Tueren geschlossen, und das Gas angedreht.
durch das Ingangsetzen der Wagen strömte das Gas ein. Die Opfer
starben in 10 bis 15 Minuten. Die Wagen wurden dann zum
Begraebnisplatz gefahren, wo die Leichen herausgenommen und
begraben wurden.
Ich habe den Bericht von STAHLECKER (Dokument L-180) ueber
Einsatzgruppe A gesehen, in welchem Stahlecker behauptet, dass
seine Gruppe 135,000 Juden und Kommunisten in den ersten vier
Monaten der Aktion getoetet hat. Ich kannte Stahlecker
persoenlich, und ich bin der Ansicht, dass das Dokument
authentisch ist. Man hat mir den Brief bezeigt, den BECKER an
RAUFF, den Leiter der Technischen Abteilung vom Amt II,
bezueglich der Verwendung dieser TotenGaswagen geschrieben
hat. Ich kannte diesen beiden Maenner persoenlich, und ich bin
der Ansicht, dass dieser Brief ein authentisches Dokument ist.
[Unterschrift: Ohlendorf]
Von mir unterschrieben und beschworen am 5. November 1945 in
Nuernberg, Deutschland.